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Reise / Travel

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Siem Reap – Erkenntnisse in den monumentalen Tempeln von Angkor / Findings at the monumental temples of Angkor

In Siem Reap angekommen löst sich mein innerlicher Knoten unerwartet und plötzlich. Ich habe mich entschieden, einen Tag zu fasten und bereits am Abend erlebe ich einen sprudelnden Fluss von Kreativität und Erkenntnissen, in dem sich viele Puzzleteile zusammen fügen. Der historische Ort verströmt eine starke Kraft, für die ich durch meine Nahrungsabstinenz nocheinmal offener bin. Und vielleicht wirken auch die Frequenzen der unmittelbar bevorstehenden Mondfinsternis unterstützend, deren Zyklus in Südostasien genau am heutigen Nachmittag startet.

Es ist wie ein Angeschlossensein an einen zusätzlichen Strom. Allerdings auch verunsichernd, da ich nicht so recht weiss woher genau die Informationsflut aus mir heraus eigentlich kommt und ich fühle mich, als wenn ich nur ein Instrument zum Niederschreiben bin. Kommen diese Informationen aus meinem Kopf oder aus meinem höheren Selbst? Und werden sie sich durch meine Niederschrift in praktisch lebbaren Erkenntnissen manifestieren?

After arriving in Siem Reap my inner blockade is going away suddenly and unexpected. I decided to fast for one day already in the evening I’m experiencing a sparkling flow of creativity and findings merging a lot of my inner puzzle parts. This historical place is spreading a strong energy and I’m more opened because of my fasting. And maybe the frequencies of the lunar eclipse, starting in Southeastasia immediately at this evening, are supporting me additionally too.

It’s like a connection to an additional stream. But I’m also feeling unsettled, because I’m don’t knowing where this flood of information exactly comes from. And partly I’m feeling like acting as a tool for writing down only. Are these information coming from my brain or from my true self? And will they start to manifest into practical liveable insights after my transcription?

Die lächelnden Gesichter des Bodhisattva Avalokiteshra im Bayon Tempel / The smiling faces of Bodhisattva Avalokiteshra at the Bayon temple

Über mein Hostel schliesse ich mich einer Gruppe an, um Angkor zu erkunden. Doch ich bemerke zeitnah, dass ich hier meinen ganz persönlichen Freiraum benötige und gehe schnell meine eigenen Wege. Die vielfältigen Tempel von Angkor strahlen ganz unterschiedlich faszinierende Kräfte auf mich aus: Von mild lächelnden Gesichtern (Bayon) über abenteuerliche Tombraider Filmkulissen (Ta Phrom) bis hin zu epischer Entstehungsdramatik (Angkor Wat) durchwandere ich eine Welt, die lange Zeit menschlich vergessen und vom kambodschanischen Dschungel eingenommen war.

Dabei sehe ich vor meinem inneren Auge auch erstmals ganz klar die bereits begonnende Veränderung im Stil meiner Reiseblogartikel als den für mich passenden Weg. Von der anfangs fokussierten äusseren Reise wandelt sich mein Blick nun schrittweise hin auf meine innere Reise vor äusserer Bühne. Zuerst traute ich mich das nicht und nur der Titel meines Blogs liess auf mehr Potenzial zu persönlichem Tiefgang schliessen als in ’normalen‘ Reiseberichten. Erst nachdem mich das Schreiben immer mehr anstrengte und häufiger auch meine Motivation dazu zu wünschen übrig liess, wagte ich kleine Schritte und erlebte subtil im bildlichen Sinne das christliche Prinzip des Leidens, um aufzuwachen und zu wachsen.

Hier in Angkor kann ich diesen Weg nun zum ersten Mal auch in meiner inneren Gefühlswelt wahrnehmen und freue ich mich über die Veränderung in Graustufen. Ich brauchte hierbei eine Weile um meine, sicherlich in anderen Lebensbereichen weiterhin präsente, begrenzende Schwarz-Weiss-Sicht aufzuweichen. Doch genau genommen ging es auch gar nicht anders, denn ich wollte mich perspektivisch halt nicht mehr durch einen zeitlich überholten Stil quälen, denn damit hätte ich höchst wahrscheinlich irgendwann mit dem Schreiben aufgehört.

Here I’m able to see the new textual stylistic changes of my travel blog articles as a good way clearly with my inner eye for the first time. It’s converting gradually from a view oriented on the outside of my travelling first into a view focussing my inside travellings just in front of outside stages. At the beginning I didn’t had the courage for doing this and only the title of my blog was indicating the potential for more personal depth compared to travel reports in the ’normal‘ way. Foremost after my former writings were starting to get exhausting and I was falling into a lack of motivation sometimes, I was daring step by step a slow transition. Spoken with christian philosophical terms, this process was endowing me with a metaphorical picture of the meaning of growing after suffering first subtly.

I’m joining a group from my hostel to explore Angkor. But I’m realizing soon that I’m needing my personal space while doing this and starting to go my own ways. The versatile temples of Angkor are surrounded by some individual vibrations: I’m walking through mildly smiling faces (Bayon), adventurous Tombraider film backdrops (Ta Phrom) and epically dramas of formation histories (Angkor Wat). It’s a fascinating world which was forgotten by mankind and ruled by the cambodian jungle for a long time.

At Angkor I’m getting my inner feelings about this way for the first time and I’m excited about the changes in grayscales. I was needing some time for macerating my, in other topics of my life still present naturally, changes delaying view of black and white. But to be honest I had not really an other choice, because perspectively I didn’t wanted to struggle anymore while adhering into an out dated style and venturing to give up writing eventualy.

Die Ruinen des Dschungeltempels Ta Phrom / The ruins of the jungle temple Ta Phrom

Ich denke, dies ist mein erstes, für mich bewusst im Moment erlebbares Seelenheilungserlebnis. Sicherlich hatte ich auch bereits zuvor welche, doch konnte ich sie nicht fühlen oder bekam sie jeweils erst im Nachhinein von treuen Lesern gespiegelt. Und ohne das Fühlen war es mir nicht möglich, sie anzunehmen und für mich zu wertschätzen. 

Um in meiner persönlichen Entwicklung voranzukommen ist für mich im Aussen eine aktiv motivierende Energie (Yang) ausbalanciert mit einem Gefühl von Sicherheit und Frieden (Yin) unterstützend. An den meisten Orten meiner bisherigen Reise fand ich jedoch entweder das Eine oder das Andere, was vielleicht den Zustand unserer Welt im Allgemeinen widerspiegelt. Einseitige Yin-Energien bringen zwar viel Entspannung, aber perspektivisch eben auch Stillstand und unausgeglichene Yang-Energien erzeugen Druck und verhindern ein Manifestieren von Erkenntnissen.

Als sensitiv wahrnehmender und vieles von Aussen aufnehmender Mensch scheint es für mich umso wichtiger, mir eigene innere Wege der Balance zu erarbeiten. Das Niederschreiben und sinnhafte Teilen von Erkenntnissen könnte dabei eine für mich passende Variante sein.

I think this is my first soul healing experience beeing aware in the moment of here and now. Of course I had some others before, but I couldn’t feel it inside myself and just got an idea after some mirrorings by the readers. So, without the feeling I was not able to accept and appreciate it.

Outside, a motivating energy (yang) balanced with a secure and peaceful energy (yin) is supporting my personal growing. At the most locations of my travelling I found either the one or the other what is maybe showing the current state of our whole world. Unbalanced yin energies are giving a lot of relaxation, but stagnation in perspective and unbalanced yang energies are creating pressure and preventing the manifestation of findings.

As someone with a sensitive perception absorbing a lot of vibrations from outside, it seems to be especially important for me, to develop my own inner ways for balancing. And I think transcription and mindful sharings of my findings could be two powerful opportunities for me.

Die weltberühmte Tempelanlage von Angkor Wat / The world famous temple complex of Angkor Wat

Battambang – Mein erster Halt in Kambodscha / My first stop in Cambodia

Immer wenn ich in ein mir noch unbekanntes Land reise, ist das ersteinmal eine Herausforderung für meine Seele. Neue Menschen und Mentalitäten, andere Gegebenheiten und Umgebungen. Somit bekommt ‚erster Halt‘ in Bezug auf Battambang eine doppelte Bedeutung für mich, nämlich als erster haltgebender Ort auf meiner Reise durch Kambodscha.

Die zweitgrösste Stadt des Landes ist touristisch noch wenig erschlossen und umgibt sich mit einem recht ursprünglichen kambodschanischen Flair. Lebendig und für städtische Verhältnisse ziemlich entspannt verschafft sie mir im Aussen einen sanften Einstieg in die für mich neue Reisewelt Kambodschas.

Everytime I’m travelling to an unknown country it’s a challenge for my soul first. New people and mentalities, different circumstances and environments. So ‚first stop‘ in Battambang has a double meaning for me – first station and first security giving place in Cambodia.

The second biggest city of the country is touristically not so much developed yet and has still an original cambodian flair. Vibrant and relaxing for an urban setting it helps me to find a smooth entrance into my new travel world of Cambodia.

Der Sam Dech Sar Kheng Garten in Battambang / The Sam Dech Sar Kheng garden in Battambang

Bereits an der Grenze bekam ich eine Besonderheit des kolonial und diktatorisch schwer gezeichneten Landes zu spüren, als mir mein Touristenvisum irgendwo im Niemannsland überteuert aufgezwungen wird und ich aufgrund von Falschinformationen zum Geldtausch zu unfairen Konditionen gedrängt werde.

Im globalen Sprachgebrauch als Korruption bezeichnet zeigt sie sich mir bei genauerem Hinsehen als omnipräsentes Phänomen einer aus der Not heraus entstandenen gesellschaftlichen Lebensführung. Professionell durchorganisiert und mit grossem theatralen Geschick umgesetzt hat man zunächst einmal den Eindruck, dass alles gut und fair zugeht. Die Menschen scheinen überzeugt davon, Richtiges zu tun und ihr versiertes Spiel mit den Emotionen von Fremden entfaltet eine Kraft, welche es mir zunächst schwer macht, die wahren Strukturen hinter den Masken und Kulissen zu erkennen.

Doch im Gegenzug zeigen sich in diesen zweifelhaft eingesetzten Fähigkeiten auch ein hohes Mass an kreativer Energie, schauspielerische Gaben und jede Menge Improvisationstalent. Und dies spiegelt sich beispielsweise auch in der Bambusbahn wieder. Vor vielen Jahren hatte ich eine Dokumentation über diese inoffiziellen, mangels legaler Alternativen erschaffenen Transportmöglichkeiten gesehen und nie gedacht, dass ich damit heute einmal selbst durch die Reisfelder Kambodschas fahren würde.

Already at the border I’m getting faced with a speciality of this colonial and dictatorial badly affected country as I was forced to buy an overpriced entry visa isolated in the no man’s land and pushed to change money in unfair exchange rates because of getting purposeful misinformation.

Normally it’s called corruption, but in a detailed view it looks like an omnipresent social phenomenon acted from necessity. First it seems that everything goes right and good natured, because it’s professionally organized and implemented with a lot of theatrical abilities. The people seem to be convinced doing the right and their versed play with the emotions of strangers has an enormous power which makes it difficult to find the truth behind the masks first.

But in return this dubios used skills have a lot of creative energies, acting capacities and talents of improvising. And this you can also find while looking at the bamboo train for example. A couple of years ago a watched a documentary about this inofficial transportation born as a result of the absence of legal alternatives and I never expected that I will going by this train along the ricefields of Cambodia now.

Auf der letzten Strecke der legendären Bambusbahn / At the last route of the legendary bamboo train

Merkwürdiger Weise geht der sanfte Einstieg im Aussen für mich allerdings mit einem, mir kognitiv nicht verständlichen, angespanntem Inneren einher. Ein Gefühl von Stau und enormem Druck baut sich in mir auf und ich suche verzweifelt nach einem Ventil zum Entladen. Mir vertrautes Vorgehen, wie Meditation oder Verdrängen durch Ablenkung, funktionieren diesmal nicht und so erlebe ich mich in der Fremde umherirrend und suchend, ohne wirklich zu wissen wohin und wonach. Meine Seele schmerzt und ich weiss nicht warum.

Etwas Ausgleich bietet mir dann aber ein Ausflug zum Phnom Sampeou Berg, welcher sich mit einem friedlichen Tempel ausserhalb der Stadt erhebt. Und wieder ist es die körperliche Bewegung und das Umgeben mit natürlichen Schwingungen während des Aufstiegs, welche mir ein, wenn auch diesmal nur leichtes, Ausbalancieren meiner inneren Kräfte ermöglichen.

Strangely enough my smooth entrance in the outer world is coming around with a cognitive not explainable internal tension. A feeling of blockage and strong pressure is growing inside me and I’m looking for a drain desperately. My known procedures, like meditation or expulsion while changing of the subject, are not working this time and so I’m wandering around seeking in a foreign world without any ideas whereabout and after what. My soul is hurting and I’m bot knowing why.

My trip to the peaceful temple at the top of the Phnom Sampeou mountain outside the city is giving me a light relief. And it’s the bodywork and the surrounding of natural vibrations again, which is balancing out my energies for a short time.

Pagode auf dem Phnom Sampeou Berg / Pagoda at the Phnom Sampeou mountain

Rückkehr nach Koh Chang / Return to Koh Chang

Die Überschrift könnte auch ein Filmtitel sein, für die Fortsetzung einer guten Geschichte, am gleichen Ort spielend und mit bewährten Charakteren besetzt. Und so ähnlich fühlt es sich für mich auch an, als ich auf Thailand’s zweitgrösste Insel zurückkehre, um für weitere 6 Wochen im Kid’s Club mitzuarbeiten.

Allerdings ist hier nun Regenzeit, die tourismuschwächste Periode des Jahres und dementsprechend eine Art Ruhephase vor dem nächsten Urlauberansturm. Anfangs bin ich gespannt und auch etwas skeptisch, wie ich wohl mit der hohen Luftfeuchtigkeit zurechtkommen würde. Doch diesmal habe ich mein Zimmer in einem festen Haus mit Klimaanlage, was es mir sehr erleichtert, mich mit den herausfordenden klimatischen Gegebenheiten zu arrangieren. Um im Regen zum Kid’s Club zu fahren kann ich den Motorroller meiner Vermieterin nutzen. Doch wenn es nicht regnet fahre ich auch gern mit einem Mountainbike, welches mir von Eltern zur Verfügung gestellt wird.

Dabei spüre ich immer wieder, wie meine körperliche Bewegung auch meine innere geistige Beweglichkeit beflügelt und fördert. Zu viel davon wirkt sich allerdings besonders hier im tropischen Klima sehr schnell kräftezehrend aus, so dass ich eine Weile brauche, um den für mich passenden Mittelweg zu finden.

The headline could also be a title of movie, a contiuation of a good story playing at the same location with proven characters. And it feels similar for me as I’m coming back to the second largest island of Thailand again to work at the Kid’s Club for 6 more weeks.

But it’s rainy season now, the time of the year with the least visitors, a period of rest before the next rush of tourists. At first I’m curious and also a little bit sceptical about handling the strong humidity. But I have a room in a house made of stone and with an aircondition this time, which makes it easier for me to arrange myself with the challenging climatic conditions. If it’s raining I can use the scooter of my lessor for going to the Kid’s Club, but if it’s dry I prefer to go by a mountainbike provided by the parents.

Then I’m feeling again and again, that some bodywork supports and enhances my inner flexibility too. But I need some time to find my personal middle course, because too much is starting to feel exhausted fast, especially in these tropical climate.

Koh Chang in der Regenzeit / Koh Chang at the rainy season

Für meine Arbeit mit den 3 bis 7 jährigen Kindern habe ich mir eine eigene Didaktik aus verschiedenen pädagogischen Ansätzen zusammengestellt. Meine Haupteinflüsse sind dabei die ganzheitlichen Sichtweisen von Rudolf Steiner und Maria Montessori sowie die neurobiologischen Forschungserkenntnisse von Professor Gerald Hüther.

Hüther zeigt in seinen Forschungsarbeiten eindrucksvoll, dass die Lernstrukturen im Gehirn nur dann aktiviert werden, wenn die Kinder wirklich lernen wollen und sie dabei zudem die Möglichkeit haben, ihren Lernprozess selbst zu gestalten. Steiner empfiehlt, kleinere Kinder vorwiegend sinnesbetont im freien Spielen lernen zu lassen und ihnen dies in einer sicheren haltgebenden Umgebung zu ermöglichen. Und nach Montesorri sollte der Lernprozess von Kindern zuerst beobachtend begleitet werden, um sie im richtigen Moment dabei unterstützen zu können, etwas Neues selbst zu tun.

Wann immer es möglich ist, gehe ich mit den Kindern raus in die Natur. Hier erlebe ich wie die Kleinen wie sie innerlich erwachen und ihr individuelles Potenzial entfalten. Mit einem Bild gesprochen zeigen sie sich mir als Blüten von Blumen, welche draussen den natürlichen Rhythmen folgend prächtig gedeihen aber, abgeschnitten von ihrem Nährboden, drinnen in der Vase langsam verwelken.

Compiled from different educational approaches I created my own didactics to work with kids in the ages of 3 to 7. My main influences are the holistic views of Rudolf Steiner and Maria Montessori as well as the neurobiological research results of professor Gerald Huether.

Huether shows in his research works impressively, that the learning structures in the brain will be activated only, if the kids really want to learn and if they get the chance to design their individual learning process by themselfes. Steiner recommends to let small children mostly play free and sense orientated while learning and provide a safe and secure feeling environment for them. And in the ideas of Montessori the learning process of kids should be escorted in a watching way only first to give them support in the right moment for creating something new by themselfs.

I’m going to play with the kids in nature whenever it’s possible. Here I’m experiencing them awakening internally and bringing out their individual capabilities. Spoken in a picture: They are appearing like blossoms of flowers which prosper wonderful outside following the rhythms of nature. But if they will be truncated from their breeding ground they withering slowly inside a vase.

Freies Spielen im Kid’s Club / Free play at the Kid’s Club

Zusätzlich zu meiner Arbeit im Kid’s Club übernehme ich nachmittags für zwei der Kinder auch den Zuhauseunterricht. Der Lehrplan des WES (Worldwide Education Service), welcher sich am britischen Schulcurriculum orientiert, setzt mir hier zwar deutliche Grenzen, doch konnte ich mich im Gespräch mit den Eltern auf eine freier ausgelegte und um Aspekte meiner Lernphilosophie erweiterte Umsetzung verständigen.

Besonders interessant ist es für mich zu erleben, wie schwierig es für die Kinder ist, sich zu konzentrieren und den Fokus auf die Lerninhalte zu richten, wenn sie zuvor Zeit vor dem Fernseher oder mit dem Smartphone verbracht haben. Dann muss ich mit sehr starken Sinnesreizen arbeiten, um ihnen ein Zurückkommen in die Realität zu ermöglichen. Diese Erfahrung hat auch mich noch einmal zum Nachdenken über meine eigene Nutzung von Smartphone und Tablet angeregt.

Und auch die unterschiedlichen Stimmungsbilder der Kinder sind für mich selbst ein wertvolles Lernfeld, da sie sich weniger kontrolliert und somit authentischer als bei Erwachsenen zeigen. Und dabei stellt sich für mich auch wieder eine, mir bereits aus meiner Arbeit mit seelenpflegebedürftigen Menschen bekannte, Frage: Welchen Anteil hat eigentlich mein Befinden und meine Stimmung an einer Situation mit anderen Menschen?

Additinally to my work at the Kid’s Club I’m taking responsibility for the homeschooling of two kids from my group. The lesson plan of the WES (Worlwide Education Service), geared to the curriculum of british schools, is setting significant limits for me, but fortunately I’m able to arranging a more free implementation, enhanced with aspects of my learning philosophy, after discussing with the parents.

It’s specially interesting for me to experience, that it is so difficult for the kids to concentrate and focus on the learning content, if they watched television or played at the smartphone shortly before. Then I have to work with very strong sensory stimuli for supporting them coming back to the reality. This experience inspired me to think about my usage of smartphone and tablet again too.

And also the diverse moods of the kids are providing some precious learning for myself, because they are less controlled and more authentic than adults. Meanwhile I’m asking a question which I’m already knowing from my work with people who need care for their souls, to myself: What’s the part of my own mood and condition in situations of interconnecting and interacting with other people?

Erleben der Naturelemente – Lebensnaher Zuhauseunterricht / Experiencing the elements of nature – Lifelike homeschooling

Meine bisherige Reiseroute / My travel route so far

Reisestart Anfang 2018 in Phuket / Travel start at the beginning of 2018 in Phuket

Ich reise jetzt seit einem halben Jahr durch Asien und immer mal wieder werde ich nach einer Übersicht meines bisherigen Reiseweges gefragt. Nun habe ich mich entschieden, meine Reisestationen in ‚Polarsteps‘ einzugeben und das Ergebnis könnt ihr Euch hier anschauen: Meine Reiseroute auf Polarsteps

I’m travelling in Asia for a half year now and from time to time someone asks for an overview of my travel way so far. I decided to create it at ‚Polarsteps‘ and you can check it out here: My travel route at Polarsteps

Zum dritten Mal Thailand / Thailand for the third time – Koh Phangan & Koh Tao

Bevor ich wieder nach Koh Chang reise, um noch einmal im Kid’s Club mitzuarbeiten, habe ich noch etwas über eine Woche Zeit. Und so lege ich einen kurzen Zwischenstop auf den Inseln Koh Phangan und Koh Tao ein.

Ich entschied mich, einen Tag nach dem Vollmond nach Koh Phangan zu reisen, da die berüchtigte Vollmond Party dort dann vorüber ist. Doch es sollte anders kommen: Durch einen landesweiten buddhistischen Feiertag, der mir natürlich unbekannt war, wurde sie diesmal verschoben. Und so landete ich bereits auf dem Nachtboot in Surat Thani inmitten einer feierwütigen Menge, welche ausschliesslich für die Party auf der Insel angereist war. Okay, ‚Geh mit dem Strom und kämpf nicht dagegen,‘, dachte ich mir, ‚vielleicht habe ich mir das unterbewusst irgendwie so ausgesucht!?‘. Zusammen mit über 8000 Feiernden aus aller Welt verbringe ich eine sehr lebhafte Nacht am Strand in Haad Rin. Mehrere Bühnen versuchen sich mit lang vergessen Diskohits gegenseitig in der Lautstärke zu übertrumpfen und die Getränkestände sind durchkommerzialisiert und routiniert im Umgang mit den, mehr oder minder trinkfesten, Partytouristen. Für eine Nacht kann ich mich gut damit arrangieren und mit meiner hübschen und lockeren Begleiterin hat das Ganze sogar zeitweise etwas abstrakt Schönes. Aber so mancher Gast unterschätzt die Wirkung der hochprozentigen Mischungen in den kleinen Trinkeimern in Wechselwirkung mit der hohen Luftfeuchtigkeit und viel findet früher als erwartet sein Nachtlager in feuchtem Strandsand.

I have about one week left until I will go to volunteer in the Kid’s Club at Koh Chang again and decide to make a stopover at the islands of Koh Phangan and Koh Tao this time.

My plan was to enter Koh Phangan one day after fullmoon when the infamous Fullmoon Party is over. But it came in a different way: Because of a national buddhistic celebration day I didn’t know, the party was shifted. So I found myself among of many party people already at the nightboat from Surat Thani and the only goal of these guys was to party as much as possible. Okay, ‚Go with the flow and don’t fight against it‘ I thought, ‚maybe I’ve chosen something like this in my subconcious mind!?‘. So I went through a very lively night at Haad Rin Beach together with about 8000 party people from all over the world. Various stages are trying to overtrump each other in loudness while playing many long forgotten disco hits and the drink sellers are very commercialized and experienced in handling the, more or less hard drinking, party tourists. But for one night I was able to arrange myself with this weird situation in a good way and together with my beautiful and easy going female companion it went to become an abstractly nice feeling already. And of course some of the guests are underrated the high proof alcoholic mixtures inside the small buckets in correlation with the strong humidity and slept in the moist sand of the beach much earlier than expected.

Koh Phangan – Vollmond Party am Haad Rin Strand / Fullmoon Party at Haad Rin Beach

Für mein Nachtlager hingegen hatte ich mir etwas entfernt ein Hotelzimmer gesucht. Das Übernachten in Mehrbettzimmern und Bambushütten bringt mich auf Dauer an meine Grenzen und so habe ich beschlossen, mir einmal im Monat eine etwas bessere Bleibe zu gönnen. Nach einem Regenerationstag widme ich mich dann meinem eigentlichen Vorhaben auf Koh Phangan, dem Ausprobieren eines Co-Working-Spaces. Mehrere Blogger haben darüber geschrieben und nun wollte auch ich einmal wissen, wie es sich anfühlt, zusammen mit anderen online Arbeitenden an einem Ort zu sein. Doch anscheinend habe ich dafür mit dem Secret Place Hotel eine etwas zu ‚geheime‘ und abgelegene Wahl getroffen. Denn die wenigen Co-Worker dort waren zwar nett, doch wirken sie eher schwermütig und wenig freudvoll bei ihrer Arbeit – leider keine kreative Atmosphäre zum Schreiben oder Entwickeln neuer Ideen. Aber warum bin ich dann gerade hierher gekommen? Brauchte ich nach dem maximalen Party-Yang nun wieder mehr ausgleichendes Yin? Oder war auch ich an dem Tag einfach nicht in meiner Freude?

I had chosen a quiet far offhotel room for the night. Sleeping in dorms and bamboo huts for a longer time is taking me to my limits and so I decided to allow myself a more nice accomodation once a month. After a day of regeneration I’m going to dedicate myself to my real plan at Koh Phangan, trying out one of the co-working spaces at the island. Many bloggers wrote about this and now I wanted to know, how it feels to be with other online workers at the same place. But it seemed that my choice of the Secret Place Hotel was a little bit to ’secret‘ and isolated. The less co-workers there were friendly indeed, but they looked melancholic and it felt like they were not suprised in their doings – sadly not a creative atmosphere fo writing or creating something new. But why I went exactly to this place? Did I needed some more balancing yin energy after the maximum of yang energy at the Fullmoon Party? Or was there missing the mood of joy inside me at this day too?

Koh Phangan – Privatsphäre im Patchara Hotel in Thong Sala / Privacy at the Patchara Hotel in Thong Sala

Erst auf der Nachbarinsel Koh Tao kommen meine Gedanken nach einem Wandertag entlang der Südwestküste wieder in Bewegung. Mir wurde wiedereinmal bewusst, wie wichtig eine positiv unterstützende Umgebung für die schöpferisch kreative Arbeit ist. Zusammen mit der Sicht, dass Orte aber nur eine Bühne für mich und mein Tun sind, ergibt sich ein interessantes grösseres Bild:

Nach dem Prinzip der Resonanz zieht es mich auch immer mal wieder zu Orten, welche Teile meiner Persönlichkeit reflektieren, die ich noch nicht in Frieden angenommen habe, Anteile die geheilt werden wollen, um in ihrem vollen Potenzial für mich erlebbar zu werden. Ich kann mir diese Teile anschauen und abspüren, sie annehmen oder aber ignorieren. Letzteres ist meiner Erfahrung nach jedoch meistens mit einem, mehr oder weniger bewusst fühlbaren, Leiden verbunden. Ich bin es also selbst, der entscheiden kann ob und wie stark ich mich jetzt damit auseinandersetze. Allerdings schwingt dabei auch immer die Gewissheit mit, dass mir jedes Thema so lange wieder begegnen wird, bis ich letztendlich bereit bin es komplett anzuschauen und liebevoll in mein Selbst zu integrieren. Beim Reisen zeigen sich mir meine Themen in ganz verschiedenen Gewändern, manifestiert in Spiegelbildern von Menschen und Orten. Doch sobald ein Gewand abgelegt ist, offenbart sich mir jeweils der gleiche, meist nicht unbekannte Kern. Die vergleichsweise schnellen Ortswechsel auf meiner Reise empfinde ich dabei als sehr hilfreich, machen sie es mir doch auf eine charmante Art und Weise unmöglich, dauerhaft wegzuschauen. Die ersten zwei bis drei Tage an einem Ort bieten mir meist genug Neues, um mich zu unterhalten und abzulenken. Aber die Tage darüber hinaus werden dann meine Spiegeltage, welche so wertvoll für meinen Lebensweg sein können, wenn ich mich wirklich auf sie einlasse.

My thoughts just started to move again after a hiking day along the southwest coast of the neighbor island Koh Tao. I began to appreciate one more time that how important it is to stay in a positive supporting environment for doing some creative and productive work. Combined with the view, that locations are a stage for me and my doings only, the picture is getting more interesting and bigger:

In accordance with the principle of resonance I’m entering locations from time to time, reflecting parts of my character which I have not accepted in a peaceful way yet. Parts which wanted to be healed before expanding their full potential in my experiencings. I can take a look at and get a feeling of these parts, I can accept or ignore them. Latter is related mostly to a kind of suffering, sometimes concious and sometimes unconcious. I can decide by myself if and how intense I want to deal with it now. But there is also the certainty of getting the same topic again and again until I’ll be ready for a complete viewing and a lovingly integration into my innerself. While travelling, my personal topics are shown behind different masks, but there is always the same essence after a mask was falling. My comparatively fast changes of locations at my travel are very helpful, because they don’t allow me to look away permanently in a charming way. The first two or three days at a location mostly offering a lot of impressions, entertainment and distraction. But the days after are becoming my days of mirroring and could be so precious for my way of life if I can manage to engage myself.

Koh Tao – Wanderung entlang der Ta Saeng Küste / Hiking along the Ta Saeng Coast

Natürlich kosten solche inneren Prozesse auch einige Kraft und umso wichtiger ist es, währenddessen gut für mich zu sorgen. Dann tut es mir gut, mich mit Vertrautem zu umgeben. Koh Tao ist ein Tauch-Eldorado und auch in der Nebensaison scheint das Publikum hier hauptsächlich aus westlichen Unterwasserliebhabern zu bestehen. Der Zielgruppe entsprechend sind hier auch jede Menge europäisch geprägte kulinarische Angebote verfügbar, vom vegetarischen Restaurant bis hin zur Chill-Out Cocktailbar. Ich geniesse es, mich auch hier in der Ferne hin und wieder mit einem Stück Heimat zu umgeben. Denn obwohl es für einige so aussehen könnte, ist meine Reise für mich kein ‚Dauerurlaub‘, sondern ein längst überfälliger Selbstfindungsprozess, für den mir im Alltag in Deutschland der Raum, die Motivation und die Energie fehlte.

Of course working at such inner processes needs a lot power and so it’s extra important to care of me meanwhile. Then it feels good being surrounded by some familiar things. Koh Tao is an eldorado for divers and the guests seem to be mainly diving enthusiasts even in the low season. Because of this audience there are a lot of nice european styled culinary opportunities at the island, like vegetarian restaurants or chillout cocktail bars. I’m enjoying to get in touch with a taste of home periodically. Maybe my travel is looking like a ‚long term holiday‘ for someone, but for me it isn’t. It’s a long overdue process of self discovery for which I was missing the motivation, space and energy in my daily routine in Germany.

Koh Tao – Heimische Kost im Seaside Restaurant in Mae Haad / European food in the Seaside Restaurant in Mae Haad

Mandalay – Das Kulturzentrum Myanmars / The cultural center of Myanmar

Am Abschluss meiner Reise durch Myanmar steht Mandalay, die Stadt mit dem so schön klingenden Namen. Mein urpsünglicher Plan war, mit dem Boot von Bagan hier her zu fahren. Doch in der Trockenzeit ist der Wasserstand im Fluss nicht mehr hoch genug, so dass ich wieder mal mit dem einheimischen Bus unterwegs bin. Ein Ostello Bello Hostel gibt es auch in Mandalay und so entscheide ich mich aufgrund meiner guten Erfahrungen auch hier für diese Unterkunft. Meine Zimmernachbarn aus Bagan treffe ich dort ebenfalls wieder und gemeinsam fahren wir zur etwas ausserhalb gelegenen U Bein Brücke, einer aus über 1000 Teakholzpfählen gebaute Landverbindung über den Taungthaman See. Am Wochenende sind jede Menge Burmesen am See unterwegs und entsprechend hoch ist der Andrang. Doch nach dem Sonnenuntergang wandelt sich das Bild und die Brücke wird von einer faszinierenden Dämmerungsstimmung eingehüllt. Das entschwindende Licht zaubert ein beeindruckendes Potpourri aus schnell wechselnden Farbspektren in den sich verdunkelnden Himmel und langsam senkt sich eine beruhigende Nachtatmosphäre über dem See herab.

Mandalay, the city with this beautiful sounding name, is the last station of my travelling around Myanmar. It was my plan to go by boat here, but it’s not enough water inside the river at the dry season, so I had to use the local bus again. There is another Ostello Bello hostel in Mandalay and because of my positive experiences, I decide to stay here too. I also met my room mates from Bagan here again and we’re going to visit the famous U Bein Bridge outside the city together. It’s a land connection across the Taungthaman Lake, built with more than 1000 piles made of teak wood. At first it feels like rush, because of so many burmese people visiting the lake at the weekend. But at sunset the picture changes and the bridge started to be cocooned in a fascinating mood of dusk. The vanishing light conjures an impressive potpourri of a fast changing range of colors into the darkening sky and a calming nightly atmosphere is going down slowly around the lake.

Die U Bein Brücke am Taungthaman See / The U Bein Bridge at the Taungthaman Lake

Gerade in der frühen Morgen- und Abendzeit entfaltet Mandalay einen besonderen Charme. Dazwischen ist es ohnehin zu heiss für etwaige Unternehmungen und jegliche Aktivität draussen wird schnell zu einer Strapaze. So warte ich erneut die spätere Tageszeit ab, um die vielen langen Treppen zum Mandalay Berg hinaufzusteigen. Von oben eröffnet sich ein grandioser Rundblick über die Stadt und wieder sind es die Farbspiele der Natur, welche mich in ihren Bann ziehen und mich den Ausklang des Tages wie die entspannte Beobachtung eines schönen Kunstwerkes geniessen lassen. Wie eine leuchtende Treppe in den Himmel wirkt der Weg am Berghang und mein Hinabgehen fühlt sich wie ein Wiedereintauchen aus höheren Bewusstseinsebenen in die irdische Realität an. Ein traditionell burmesisches Essen mit jeder Menge Beilagen und ein intensiver lebensphilosophischer Austausch mit meiner netten Begleiterin runden meinen letzten Abend in Mandalay ab und lassen mich dankbar in mein Bett sinken.

Escpecially in the early mornings and evenings, Mandalay evolves an unique charm. Between this times it’s to hot for discoverings around and any activity outside feels like a torment very fast. So I’m waiting for the evening to climb the many long stairs to the Mandalay Hill. From the top there is a magnificent view around the city and it’s the colorful play of nature again which captivates me and lets me enjoy the end of this day feeling like observating an awesome artwork in a relaxed way. The hillside way is shimmering like an illuminated stairway to heaven and my walk down feels like plunging from a higher level of consciousness into the terrestrial reality again. A traditional burmese dinner with a lot of side dishes and an intense talk with my nice female companion about the philosophy of life were closing my last evening in Mandalay and let me sink into my bed happily and grateful.

Abendstimmung an der Sutaungpyei Pagode auf dem Mandalay Berg / Evening atmosphere around the Sutaungpyei Pagoda at the Mandalay Hill

Das Flair Mandalays war auch Inspiration für verschiedenste Kunstschaffende aus aller Welt. Von Brecht bis Sinatra findet die Stadt in Musical- und Songtexten ihre Anerkennung und wird auch heute noch als das Kulturzentrum Myanmars bezeichnet. Es fällt mir schwer zu beschreiben, was genau für mich das Besondere an Mandalay ist. Es fühlt sich ganz anders an als Yangon, obwohl es von Aussen betrachtet und auch geschichtlich gesehen viele Parallelen zwischen beiden Orten gibt. Ich denke, es ist die künstlerisch-kulturelle Schwingung, welche Mandalay unsichtbar, aber subtil eben doch fühlbar, durchströmt und die in mir auf eine sympathische Resonanz trifft. Das Schreiben meines Reiseblogs geht mir hier jedenfalls recht leicht von der Hand. Dies könnte aber auch mit der Dachterrasse des Ostello Bellos zu tun haben. Denn ich konnte auf meiner Reise bereits mehrfach bemerken, dass ich in höher gelegenen Gefilden weitaus produktiver und auch kreativer bin.

The flair of Mandalay was an inspiration for different artists from all over the world too. From Brecht to Sinatra the city got their recognition in a lot of musical and song texts and it’s still referred as the cultural center of Myanmar. My special feelings about Mandalay are difficult to describe. It feels different than Yangon, although both locations are looking similar from an outside view and having some parallels in their history too. May be it’s the artistical and cultural vibration which goes around Mandalay invisible but subtle present, having a resonance with me. My travelblog writings are easy going here, but an influencing factor could be the roof top terrace of the Ostello Bello too. Because at my journey I still noticed several times that I’m more effecient and creative while staying in higher locations.

Schreiben meines Reiseblogs über den Dächern von Mandalay / Travelblogging above the roofs of Mandalay

Die sakrale Königsstadt Bagan / The sacred royal city Bagan

Nach der Abkühlung in den Bergen ist die Tempelstadt Bagan mein nächstes Reiseziel in Myanmar. 5 Stunden westwärtes geht es in die Steppe, wo die Sonne die Wärme mit 40 Grad förmlich vom Himmel zu pressen scheint. Auf einem riesigen Gelände von über 36 Quadratkilometern erstrecken sich hier über 2000 faszinierende Ruinen eines Herrschaftszentrums aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Für die Erkundung leihe ich mir hier einen elektrischen Motorroller aus, mit dem ich nahezu lautlos durch das ehrwürdige Areal gleiten kann. Von anderen Reisenden hatte ich zuvor bereits Tipps für einige interessante Tempel bekommen und in Maps.me markiert. Auf sandigen Pisten, ausgerüstet mit Wasservorrat und Sonnenhut, fahre ich erst allein und später dann zusammen mit meinen Zimmernachbarn aus dem Hostel durch das beeindruckende Gelände.

The ancient temple towm Bagan is my next travel destination after some cooling time in the mountains. I’m going 5 hours west into the veld, where the heat is pushed by the sun at intense temperatures of 40 degrees. There are around 2000 fascinating ruins of a former centre of power of the 11. – 13. century, distributed in a huge area of about 36 square kilometers. For my exploration I’m going to rent an electronic scooter for sliding nearly silent through these venerable areal. And I got good advices for some interesting temples from other travellers before and marked them at Maps.me. Equipped with water supply and a sun protection hat, I went around these impressive sandy tracked terrain by myself first and my hostel room mates joined me at the next day.

Das Eingangstor des Sulamani Tempels / The gateway to the Sulamani temple

Staubig und ausgedorrt ist die Landschaft hier und zusammen mit den leuchtenden Backsteinen der Tempelruinen empfinde ich meine visuelle Wahrnehmung wie durch einen bronzefarbenen Filter verzerrt. Nur das monotone Geräusch der Zikaden ist hier draussen zu hören und ich geniesse die dichte spirituelle Atmosphäre, welche aus uralten Zeiten hier noch ihre Präsenz verströmt. Über die Jahrhunderte erhaben, überdauern die Tempel menschlich erlebbare Zeiten und ihre Stupas und Pagoden erheben sich beeindruckend, fast schon selbstgefällig, aus dem heissen Steppensand. Zwar haben Erdbeben einen nicht unbeträchtlichen Teil der Bauwerke beschädigt, doch waren davon hauptsächlich die in der heutigen Zeit minderwertig restaurierten Teile betroffen, die alte Baukunst hingegen hielt den Naturgewalten würdevoll stand.

The landscape here is very dusty and dried up. My visual perception feels like biased by a bronze filter in interaction with the shining bricks of the ruins. Only the monotonous sound of the cicadas is hearable out here and I’m enjoying the dense spiritual atmosphere which is still present from the ancient times. Sublimed about centuries, the temples surviving human life times, while their stupas and pagodas are still raising up impressively and looking self satisfied at the rusty ground of the veld. Some of the temples got damaged by different earthquakes, but mainly the cheap restored parts were destroyed. The original parts made by an ancient art of building resisted the natural forces in a graceful way.

Der unvollendete Dhammayan Gyi Tempel / The uncompleted Dhammayan Gyi temple

Auf einer vom Hostel organisierten Gruppentour bekommen wir dann noch die historischen Fakten und eine Menge kultureller Hintergrundinformationen als kompaktes Wissen nachgeliefert. Zusammen mit weiteren sozial ausgerichteten Angeboten des, in meinem Verständnis bestens konzipierten, Ostello Bello Hostels vergehen meine fünf Tage in Bagan gefühlt rasend schnell. Ohnehin gefallen mir die meisten Begegnungen mit anderen Rucksackreisenden hier ausserordentlich gut, verbindet uns doch eine mehr oder weniger bewusste Haltung und eine ähnliche Ausrichtung beim Reisen. Meine Zeit in Myanmar neigt sich leider nun bereits dem Ende entgegen. Aber ich freue ich mich, jetzt endlich auch in die Welt von Orwell’s ‚Burmese days‘ Roman einzutauchen, welchen ich hier als eher inoffiziell wirkenden Nachdruck bei einem lokalen Buchverkäufer erwerben konnte.

We received many historcal facts and a lot of culural background information in addition as we joined a guided tour organized by our hostel at another day. My fife days in Bagan were running fast and I was able to join a lot of interesting social offerings at the well conceptualized Ostello Bello hostel. I like it to meet other backpackers on my journey, because we often feel interconnected in a conscious attitude and a similar mindset. My time in Myanamar is drawing to an end, but I’m excited to merge into the world of Orwell’s novel ‚Burmese days‘ now, which I got as an inofficial looking copy from a native book seller.

Viele namenlose Tempel laden zur abenteuerlichen Erkundung ein / A lot of nameless temples waiting for adventurous explorations

Die koloniale Bergstation Pyin Oo Lwin / The colonial hill station Pyin Oo Lwin

Nach erneuten 12 Stunden Busfahrt nordwärts erreiche ich Pyin Oo Lwin. Meine Fahrtzeit in Myanamar steht allerdings in keinem realen Verhältnis zur tatsächlichen Entfernung. Es sind nur knapp 300 Kilometer bis hier, doch zum einen sind die Strassen nicht gut ausgebaut und zum anderem fungieren die Busunternehmen auch als Speditionen und liefern unterwegs eine Vielzahl verschiedener Waren aus. Etwas ausserhalb der Stadt liegen die Anisakan Wasserfälle. Fast 2 Stunden dauert der steile Abstieg durch eine dicht bewachsene Schlucht und obwohl jetzt in der Trockenzeit eher wenig Wasser die Felsen hinab fliesst, erwartet mich ein grandioser Anblick in einer kraftvoll grünen Dschungelatmosphäre.

After once more 12 hours bus ride northwards I’m reaching Pyin Oo Lwin. But my running time isn’t proportional to the real distance. It’s just 300 kilometers so far, but the roads are not well developed and most of the bus operators are working as a transport company, delivering a lot of goods on the way, too. In Pyin Oo Lwin there are the nice Anisakan waterfalls a little bit out of town. The steep descent through a close covered canyon needs about 2 hours and a magnificent sight in a strong green jungle atmosphere is waiting for me, although there is not so much water flowing down the rocks at the dry season.

Kleine Pagode am Anisakan Wasserfall / Small pagoda at the Anisakan waterfall

In Pyin Oo Lwin selbst fühle ich mich erst einmal fremd und irgendwie einsam. Kein westliches Gesicht begegnet mir hier und die Verständigung in englischer Sprache gestaltet sich schwierig, ein absolutes Kontrastprogramm im Vergleich zum Inle See. Die Stadt zeigt sich mir in einem starken Gegensatz zwischen ärmlichen Hütten an staubigen Strassen und davon abgegrenzt gelegenen prachtvollen Villen im kolonialen Stil. Bereits in der britischen-indischen Besatzungszeit wurde Pyin Oo Lwin als Truppenbasis ausgebaut und beherbergt heute die politische Kaderschule der amtierenden Militärdiktatur des Landes, was für mich auch atmosphärisch deutlich spürbar ist. Ich erlebe zwei Welten, die wohl wegen ihrer grundlegenden Verschiedenheit nicht zueinander finden können. Und viele der einfachen hier lebenden Menschen wirken auf mich lethargisch und innerlich resigniert den Alltag ertragend. Passend zu diesem Umfeld wollte ich ‚Tage in Burma‘ von George Orwell lesen, doch das Buch sollte erst auf meiner nächsten Reisestation den Weg zu mir finden.

At first I’m feeling foreign and a lonely in Pyin Oo Lwin. There is no western face coming across and the communication in English is very difficult. It’s a huge contrast compared to thr Inle Lake. And the town shows oneself with a strong contradiction between poor huts at dusty roads and zoned grand colonial style villas. Pyin Oo Lwin was developed as a base for troops at the british indian colonial era already as well as the political specialist training of the acting military regime is located here and for me it’s atmospherical clearly noticeable. So I’m experiencing two worlds which seem not to be able coming together, because of their fundamental differentness. And a lot of the basic people living here appear lethargic and inwardly resigned bearing their daily life. In line with this setting I wanted to read ‚Burmease days‘ by George Orwell, but the book founds its way to my door just at a later date.

Britische Pferdekutsche im Stadtverkehr von Pyin Oo Lwin / British horse drawn carriage in urban transport of Pyin Oo Lwin

Aus der Kolonialzeit sind in Pyin Oo Lwin noch weitere Überreste erhalten geblieben – zum Beispiel ein Uhrenturm, der Botanische Garten und die antiquarisch anmutenden Pferdekutschentaxis. Und so entscheide ich mich für meinen eigenen kleinen Ausflug in die Geschichte und fahre mit der Pferdekutsche vom Purcell Tower zum Kandawgyi Garden. Hier wurden über 1000 einheimische Bäume, Bambusgewächse, Lilien und Orchideen zusammengetragen und in englischer Manier kategorisiert. Und obwohl das Forstministerium versucht, die Anlage für den ökologischen Tourismus zu vermarkten, scheinen die Einwohner Pyin Oo Lwins den Garten auf ihre Weise zu nutzen. Mit lauter Musik beschallt, strömen hier am Wochenende die Menschen zum Picknick her und ich wandle für sie als eine Art exotisches Fotosouvenier durch dieses Stück burmesische Kultur mit europäischen Wurzeln.

There are some other remains of the colonial time in Pyin Oo Lwin too – for instance a clock tower, the Botanical Garden and the antiquarian looking horse drawn carriages used as taxis in the urban transport. So I’m deciding to make a little trip back in history and going by one of these horse drawn carriages from the Pucell Tower to the Kandawgyi Garden. Over 1000 indigenous trees, bamboo plants, lilies and orchids were collected and categorized in the british style here. And although the Ministry of Foestry trys to market the garden as an ecological tourism area the local people seem to use it in their own way. Provided with loud music it’s a very popular picnic spot of the locals at the weekends. And I’m strolling around these part of the burmese culture like an exotic photo souvenir strenghtening the memories of the European roots from the past.

Sonnenuntergang auf dem Aussichtsturm im Botanischen Garten / Sunset at the viewing tower in the Botanical Garden

Rund um den Inle See / Around the Inle Lake

Am nächsten Tag mieten wir uns zu fünft ein einheimisches Boot samt Fahrer, um gemeinsam die Gegend um den Inle See zu erkunden. Bereits beim Trekking konnten wir uns etwas kennen lernen und es entwickelte sich eine angenehme Dynamik in der Gruppe. Und so gelingt es uns schnell, alle Bedürfnisse zu vereinen und eine guten Plan für den Tag abzustimmen. Wir starten in aller Frühe, um den Sonnenaufgang auf dem See zu erleben. Dabei dürfen wir sogleich einen Fischer in traditionellem Gewand bewundern, der im Farbspektrum des Zwielichtes choreographisch eindrucksvoll auf seinem Boot posiert. Langsam durchdringt die Sonne das dichte Wolkenkleid und die Überreste des nächtlichen Nebels steigen über den Bergen empor. Die kühle Seeluft lässt meine morgendliche Müdigkeit schnell schwinden und wie ein naturgegebener Rahmen begrenzen die mächtigen Berge um den See mein Bild der Wahrnehmung.

At the next day we are going to hire a boat with a local driver to discover the area around the lake in a group of fife. We still had some time to know each other at the trekking and we got a nice dynamic for this smaller group already. So we were able to unite all needs fast, to come to an agreement for a good plan of the day. We started very early in the morning to experience the sunrise at the lake and admired a fisherman in his traditional vesture at first. The sun started to permeate the densed clouds as he posed in the twilight range of colours at his boat choreographically impressive and the remains of nocturnal fog were rising up from the mountains. The cool air at the lake is blowing away my fatigue and like a natural made frame the mighty mountains are bounding the inner picture of my sense.

Traditioneller Fischer auf dem Inle See / Traditional fisherman at the Inle Lake

In dem kleinen Dorf Indein besuchen wir den Morgenmarkt und ich probiere hier die Gewürze, die ich während des Trekkings auf den Feldern gesehen hatte. Der Ingwer beispielsweise hat hier, im Vergleich zu den in Europa gängigen Sorten, eine weitaus intensivere, sich in der Tiefe entfaltende Schärfe und seine ätherischen Wirkstoffe können in beeindruckend kurzer Zeit blockierte Meridiane aktivieren. Am Rande des Dorfes befindet sich zudem ein sehr interessanter heiliger Ort, an welchem mehrere hundert Stupas waldähnlich um eine Pagode angeordnet sind. Respektvoll und auch etwas andächtig durchschreite ich die kunstvoll gestalteten, aus verschiedenen Jahrhunderten stammenden Bauwerke und geniesse die friedvolle Ruhe hier, bevor wir mit dem laut knatternden Boot wieder zurück auf den See fahren.

We are visiting the morning market at the small Indein village and I’m tasting the spices which I saw growing at the fields during our trekking here. The ginger for instance has a much more intense and deeper feeling spiciness, compared to the common varieties in Europe and it’s ethereal agents can activate blocked meridians in an really short time. There is an interesting holy place on the outskirts of the village too where a lot of stupas located around a pagoda like a wood. I’m moving around these artfully designed and in various centuries made monuments in respect and contemplation. And I love to enjoy the peaceful silence until we went back to the lake by our loudly clattering boat.

Stupa am Pagoda Berg des Dorfes Indein / Stupa at the pagoda hill in the Indein village

Insgesamt leben in Myanmnar über 130 verschiedene Völkergruppen und Stämme, die jeweils eine eigene Sprache oder Dialekt sprechen. Auf dem Weg kommen wir bei einem Stamm vorbei, dessen Frauen weltweit für ihre mit Schmuckringen lang gestreckte Hälse bekannt sind. Doch wie ich die Frauen der Kayan Lahwi hier erlebe stimmt mich nachdenklich. Eingesperrten Geschöpfen ähnlich scheinen sie die neugierigen Blicke der Touristen zu ertragen und wirken dabei traurig und bedrückt. Das ist kein Ort für mich, um länger zu verweilen und so freue ich mich, dass wir recht zügig zu einem Besuch der Zigarren-Manufaktur und in das Kloster Nga Phe Kyaung mit den benachbarten schwimmenden Gärten weiterfahren. Auf einer Mischung aus Schlick und Wurzeln gedeihen im Schilfgürtel des Sees Gurken, Tomaten und Auberginen. In dem inselartigen Kloster gehe ich am Ende unserer Tour in kurze Meditation und der während der Rückfahrt aufkommende Regenschauer erleichtert mir auf natürliche Weise, abschliessend wieder im irdischen Hier und Jetzt anzukommen.

There are living about 130 diffenrent ethic groups and tribes in Myanmar and they’re all speaking their own language or dialect. At our way around we’re stopping at a tribe which women are world famous for their long necks pushed by decorative metal rings. But it made me think about how I experienced the Kayan Lahwi women here. It seems as they have to tolerate the curious views of the tourists like trapped creatures and they look sad and depressed. That’s not a good place for me to stay longer and so I’m excited as we started to visit the manufacture of cigars and the Nga Phe Kyaung monastery with it’s adjoining floating gardens quickly. In this surrounding area growing cucumbers, tomatoes and eggplants at a mix of mud and roots only. At the end of our trip I shortly entered meditation inside the beautiful monestary and a rain shower supported me to come back into the present in a natural way.

Regenschauer beim Überqueren des Inle Sees / Rain shower while crossing the Inle Lake