Mandalay – Das Kulturzentrum Myanmars / The cultural center of Myanmar

Am Abschluss meiner Reise durch Myanmar steht Mandalay, die Stadt mit dem so schön klingenden Namen. Mein urpsünglicher Plan war, mit dem Boot von Bagan hier her zu fahren. Doch in der Trockenzeit ist der Wasserstand im Fluss nicht mehr hoch genug, so dass ich wieder mal mit dem einheimischen Bus unterwegs bin. Ein Ostello Bello Hostel gibt es auch in Mandalay und so entscheide ich mich aufgrund meiner guten Erfahrungen auch hier für diese Unterkunft. Meine Zimmernachbarn aus Bagan treffe ich dort ebenfalls wieder und gemeinsam fahren wir zur etwas ausserhalb gelegenen U Bein Brücke, einer aus über 1000 Teakholzpfählen gebaute Landverbindung über den Taungthaman See. Am Wochenende sind jede Menge Burmesen am See unterwegs und entsprechend hoch ist der Andrang. Doch nach dem Sonnenuntergang wandelt sich das Bild und die Brücke wird von einer faszinierenden Dämmerungsstimmung eingehüllt. Das entschwindende Licht zaubert ein beeindruckendes Potpourri aus schnell wechselnden Farbspektren in den sich verdunkelnden Himmel und langsam senkt sich eine beruhigende Nachtatmosphäre über dem See herab.

Mandalay, the city with this beautiful sounding name, is the last station of my travelling around Myanmar. It was my plan to go by boat here, but it’s not enough water inside the river at the dry season, so I had to use the local bus again. There is another Ostello Bello hostel in Mandalay and because of my positive experiences, I decide to stay here too. I also met my room mates from Bagan here again and we’re going to visit the famous U Bein Bridge outside the city together. It’s a land connection across the Taungthaman Lake, built with more than 1000 piles made of teak wood. At first it feels like rush, because of so many burmese people visiting the lake at the weekend. But at sunset the picture changes and the bridge started to be cocooned in a fascinating mood of dusk. The vanishing light conjures an impressive potpourri of a fast changing range of colors into the darkening sky and a calming nightly atmosphere is going down slowly around the lake.

Die U Bein Brücke am Taungthaman See / The U Bein Bridge at the Taungthaman Lake

Gerade in der frühen Morgen- und Abendzeit entfaltet Mandalay einen besonderen Charme. Dazwischen ist es ohnehin zu heiss für etwaige Unternehmungen und jegliche Aktivität draussen wird schnell zu einer Strapaze. So warte ich erneut die spätere Tageszeit ab, um die vielen langen Treppen zum Mandalay Berg hinaufzusteigen. Von oben eröffnet sich ein grandioser Rundblick über die Stadt und wieder sind es die Farbspiele der Natur, welche mich in ihren Bann ziehen und mich den Ausklang des Tages wie die entspannte Beobachtung eines schönen Kunstwerkes geniessen lassen. Wie eine leuchtende Treppe in den Himmel wirkt der Weg am Berghang und mein Hinabgehen fühlt sich wie ein Wiedereintauchen aus höheren Bewusstseinsebenen in die irdische Realität an. Ein traditionell burmesisches Essen mit jeder Menge Beilagen und ein intensiver lebensphilosophischer Austausch mit meiner netten Begleiterin runden meinen letzten Abend in Mandalay ab und lassen mich dankbar in mein Bett sinken.

Escpecially in the early mornings and evenings, Mandalay evolves an unique charm. Between this times it’s to hot for discoverings around and any activity outside feels like a torment very fast. So I’m waiting for the evening to climb the many long stairs to the Mandalay Hill. From the top there is a magnificent view around the city and it’s the colorful play of nature again which captivates me and lets me enjoy the end of this day feeling like observating an awesome artwork in a relaxed way. The hillside way is shimmering like an illuminated stairway to heaven and my walk down feels like plunging from a higher level of consciousness into the terrestrial reality again. A traditional burmese dinner with a lot of side dishes and an intense talk with my nice female companion about the philosophy of life were closing my last evening in Mandalay and let me sink into my bed happily and grateful.

Abendstimmung an der Sutaungpyei Pagode auf dem Mandalay Berg / Evening atmosphere around the Sutaungpyei Pagoda at the Mandalay Hill

Das Flair Mandalays war auch Inspiration für verschiedenste Kunstschaffende aus aller Welt. Von Brecht bis Sinatra findet die Stadt in Musical- und Songtexten ihre Anerkennung und wird auch heute noch als das Kulturzentrum Myanmars bezeichnet. Es fällt mir schwer zu beschreiben, was genau für mich das Besondere an Mandalay ist. Es fühlt sich ganz anders an als Yangon, obwohl es von Aussen betrachtet und auch geschichtlich gesehen viele Parallelen zwischen beiden Orten gibt. Ich denke, es ist die künstlerisch-kulturelle Schwingung, welche Mandalay unsichtbar, aber subtil eben doch fühlbar, durchströmt und die in mir auf eine sympathische Resonanz trifft. Das Schreiben meines Reiseblogs geht mir hier jedenfalls recht leicht von der Hand. Dies könnte aber auch mit der Dachterrasse des Ostello Bellos zu tun haben. Denn ich konnte auf meiner Reise bereits mehrfach bemerken, dass ich in höher gelegenen Gefilden weitaus produktiver und auch kreativer bin.

The flair of Mandalay was an inspiration for different artists from all over the world too. From Brecht to Sinatra the city got their recognition in a lot of musical and song texts and it’s still referred as the cultural center of Myanmar. My special feelings about Mandalay are difficult to describe. It feels different than Yangon, although both locations are looking similar from an outside view and having some parallels in their history too. May be it’s the artistical and cultural vibration which goes around Mandalay invisible but subtle present, having a resonance with me. My travelblog writings are easy going here, but an influencing factor could be the roof top terrace of the Ostello Bello too. Because at my journey I still noticed several times that I’m more effecient and creative while staying in higher locations.

Schreiben meines Reiseblogs über den Dächern von Mandalay / Travelblogging above the roofs of Mandalay

Die sakrale Königsstadt Bagan / The sacred royal city Bagan

Nach der Abkühlung in den Bergen ist die Tempelstadt Bagan mein nächstes Reiseziel in Myanmar. 5 Stunden westwärtes geht es in die Steppe, wo die Sonne die Wärme mit 40 Grad förmlich vom Himmel zu pressen scheint. Auf einem riesigen Gelände von über 36 Quadratkilometern erstrecken sich hier über 2000 faszinierende Ruinen eines Herrschaftszentrums aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Für die Erkundung leihe ich mir hier einen elektrischen Motorroller aus, mit dem ich nahezu lautlos durch das ehrwürdige Areal gleiten kann. Von anderen Reisenden hatte ich zuvor bereits Tipps für einige interessante Tempel bekommen und in Maps.me markiert. Auf sandigen Pisten, ausgerüstet mit Wasservorrat und Sonnenhut, fahre ich erst allein und später dann zusammen mit meinen Zimmernachbarn aus dem Hostel durch das beeindruckende Gelände.

The ancient temple towm Bagan is my next travel destination after some cooling time in the mountains. I’m going 5 hours west into the veld, where the heat is pushed by the sun at intense temperatures of 40 degrees. There are around 2000 fascinating ruins of a former centre of power of the 11. – 13. century, distributed in a huge area of about 36 square kilometers. For my exploration I’m going to rent an electronic scooter for sliding nearly silent through these venerable areal. And I got good advices for some interesting temples from other travellers before and marked them at Maps.me. Equipped with water supply and a sun protection hat, I went around these impressive sandy tracked terrain by myself first and my hostel room mates joined me at the next day.

Das Eingangstor des Sulamani Tempels / The gateway to the Sulamani temple

Staubig und ausgedorrt ist die Landschaft hier und zusammen mit den leuchtenden Backsteinen der Tempelruinen empfinde ich meine visuelle Wahrnehmung wie durch einen bronzefarbenen Filter verzerrt. Nur das monotone Geräusch der Zikaden ist hier draussen zu hören und ich geniesse die dichte spirituelle Atmosphäre, welche aus uralten Zeiten hier noch ihre Präsenz verströmt. Über die Jahrhunderte erhaben, überdauern die Tempel menschlich erlebbare Zeiten und ihre Stupas und Pagoden erheben sich beeindruckend, fast schon selbstgefällig, aus dem heissen Steppensand. Zwar haben Erdbeben einen nicht unbeträchtlichen Teil der Bauwerke beschädigt, doch waren davon hauptsächlich die in der heutigen Zeit minderwertig restaurierten Teile betroffen, die alte Baukunst hingegen hielt den Naturgewalten würdevoll stand.

The landscape here is very dusty and dried up. My visual perception feels like biased by a bronze filter in interaction with the shining bricks of the ruins. Only the monotonous sound of the cicadas is hearable out here and I’m enjoying the dense spiritual atmosphere which is still present from the ancient times. Sublimed about centuries, the temples surviving human life times, while their stupas and pagodas are still raising up impressively and looking self satisfied at the rusty ground of the veld. Some of the temples got damaged by different earthquakes, but mainly the cheap restored parts were destroyed. The original parts made by an ancient art of building resisted the natural forces in a graceful way.

Der unvollendete Dhammayan Gyi Tempel / The uncompleted Dhammayan Gyi temple

Auf einer vom Hostel organisierten Gruppentour bekommen wir dann noch die historischen Fakten und eine Menge kultureller Hintergrundinformationen als kompaktes Wissen nachgeliefert. Zusammen mit weiteren sozial ausgerichteten Angeboten des, in meinem Verständnis bestens konzipierten, Ostello Bello Hostels vergehen meine fünf Tage in Bagan gefühlt rasend schnell. Ohnehin gefallen mir die meisten Begegnungen mit anderen Rucksackreisenden hier ausserordentlich gut, verbindet uns doch eine mehr oder weniger bewusste Haltung und eine ähnliche Ausrichtung beim Reisen. Meine Zeit in Myanmar neigt sich leider nun bereits dem Ende entgegen. Aber ich freue ich mich, jetzt endlich auch in die Welt von Orwell’s ‚Burmese days‘ Roman einzutauchen, welchen ich hier als eher inoffiziell wirkenden Nachdruck bei einem lokalen Buchverkäufer erwerben konnte.

We received many historcal facts and a lot of culural background information in addition as we joined a guided tour organized by our hostel at another day. My fife days in Bagan were running fast and I was able to join a lot of interesting social offerings at the well conceptualized Ostello Bello hostel. I like it to meet other backpackers on my journey, because we often feel interconnected in a conscious attitude and a similar mindset. My time in Myanamar is drawing to an end, but I’m excited to merge into the world of Orwell’s novel ‚Burmese days‘ now, which I got as an inofficial looking copy from a native book seller.

Viele namenlose Tempel laden zur abenteuerlichen Erkundung ein / A lot of nameless temples waiting for adventurous explorations