Die dritte Insel – Koh Pu / Koh Jum 2

Auf der Ladefläche eines Pick-Up geht es nach einigen Tagen auf den südlichen Inselteil Koh Jum. Hier kehren dezent weltliche Nuancen zurück, welche durch den direkten Kontrast jedoch erst einmal stärker wirken. Nachdem man auf Koh Pu eher mit Bob Marley und diverser anderer Jamaika-Symbolkraft dekorierte, zieren hier wieder die Bilder des Königs von Thailand die Häuslichkeiten. In kleinen Bungalow-Anlagen kann man zu fairen Preisen und in einfacher Ausstattung eine Bleibe direkt am Meer bekommen und obwohl unter Wasser viele Felsbrocken vom Grund hinaufragen, finden sich zwischendrin auch immer wieder freie Bereiche zum Schwimmen und Schnorcheln.

Season Bungalow’s Water Taxi Longtail Boat

Hier geniesse ich auch meinen bis dato schönsten Platz zum Blog schreiben und habe eine interessante Begegnung mit einer Finnin, die in einem benachbarten Ressort das japanische Aqua Hara Healing erlernt. Und da jeder Lernende in seiner Ausbildung auch Praxisübungen benötigt, freuen wir uns darüber, diese alte Heilmethode an Leib und Seele erfahren zu dürfen. Vereinfacht gesagt, kann man sich Aqua Hara als eine Bewegungsarbeit im Wasser vorstellen, die etwas wie eine improvisierte Tanzchoreographie angelegt ist und die das menschliche Dan Tien Energiezentrum mit der Urkraft des Meeres rückverbindet.

Mein Outdoor-Desk zum Blog schreiben

In meiner Wahrnehmung hat sich Koh Jum seine ganz eigene Nische zwischen Abgeschiedenheit und Tourismus geschaffen, was mein Herz als Individualreisenden merklich höher schlagen lässt. Hier habe ich die bisher freundlichsten und herzlichsten Menschen meiner Reise erlebt und der Abschied fällt mir entsprechend schwer. Noch einmal geht es im traditionellen Longtail Boot hinaus auf das offene Meer und als die Fähre näher kommt, umschwirren sie die Zubringerboote wie Arbeiterbienen ihre Königin. Doch schon nach wenigen Minuten ist das Schauspiel wieder vorbei und die Bootsmänner verschwinden zum Abschied winkend im Glitzerlicht der sich im Wasser spiegelnden Sonnenstrahlen.

Bootsmann Yak auf seiner ‚Golden Pearl‘

Die dritte Insel – Koh Pu / Koh Jum 1

Ungefähr 1h Bootsfahrt von Koh Lanta Yai entfernt liegt eine weitere interessante kleine Insel, welche aus zwei Teilen mit jeweils eigenem Namen besteht. Der nördliche Teil Koh Pu wurde uns als rauh und ursprünglich geblieben empfohlen und wurde zu unserer ersten Station auf einer vergessenen wirkenden Insel. Schon die Ankunft war ein besonderes Erlebnis, da die Fähre nach Krabi mitten auf dem Meer stoppt und das an Land fahren dann mit kleinen Longtail Booten abgeschlossen wird. Und da die die Longtail Boote vor dem Anlanden noch auf Fahrgäste der Fähre aus der Gegenrichtung warten, verbringen wir ersteinmal noch über 1 Stunde mit einem einheimischen Bootsmann wartend auf dem offenen Meer.

Anlanden auf Koh Pu im Longtail Boot

Die Menschen hier sind von einem ganz eigenen Schlag, eine sympathische Mischung aus Seagypsies und Aussteigern. Strom gibt es auf Koh Pu nur zeitweise, erzeugt mit alten Dieselgeneratoren und eine nur zum Teil befestigte Strasse verbindet Koh Pu mit dem südlichen Inselteil Koh Jum. Die Einheimischen sind stolz auf die verbliebene Ursprünglichkeit hier und erzählen, dass durch die Insel eine natürlich manifestierte Grenze zum bereits zivilisierteren Südteil verläuft. Bei einer Wanderung durch den noch unberührten Dschungel ist dieser Übergang für mich  ebenfalls klar wahrnehmbar. Bis zu einer Art unsichtbarem Tor sind ein paar neugierige Affen meine einzigen Begleiter und eine gewisse Magie umhüllt meinen Weg, welcher sich zwischen Meer und Berg manchmal lediglich erahnen lässt. Danach wird die Kraft der Natur langsam schwächer, erste Ressorts säumen den Strand und ein subtiles Gefühl von Weltlichkeit strömt mir schleichend stärker werdend entgegen. Auf dem Rückweg ergiesst sich plötzlich ein Regenschauer derart stark, dass der lehmige Pfad binnen kürzester Zeit einer Schlitterpartie gleich kommt und meinen Heimweg zu einer zeitlosen Gehmeditation in sehr kleinen und achtsamen Schritten werden lässt.

Coral Bay bei Sonnenuntergang

Die meisten Hütten Koh Pus sind aus angeschwemmten Strandgut kreativ zusammengezimmert und versprühen dadurch einen ganz eigenen Charme. Man kann in individuellen Baumhäusern nächtigen und in Reggae Bars Pina Colada Cocktails in ihrer natürlichsten Kreation bis in die frühen Morgenstunden geniessen. Zeit erscheint mir hier realtiv und der Alltag auf  Koh Pu mutet ungewohnt entspannt und entschleunigt an, so dass sich mir Raum für ein Rückbesinnen auf ursprüngliche Werte und innere Neuausrichtung erschliesst.

Impulsanregung: Welches sind Deine Werte, die für Dich im Leben unabdingbar sind?

Treibholz Bar am Sunset Beach