Meine bisherige Reiseroute / My travel route so far

Reisestart Anfang 2018 in Phuket / Travel start at the beginning of 2018 in Phuket

Ich reise jetzt seit einem halben Jahr durch Asien und immer mal wieder werde ich nach einer Übersicht meines bisherigen Reiseweges gefragt. Nun habe ich mich entschieden, meine Reisestationen in ‚Polarsteps‘ einzugeben und das Ergebnis könnt ihr Euch hier anschauen: Meine Reiseroute auf Polarsteps

I’m travelling in Asia for a half year now and from time to time someone asks for an overview of my travel way so far. I decided to create it at ‚Polarsteps‘ and you can check it out here: My travel route at Polarsteps

Zum dritten Mal Thailand / Thailand for the third time – Koh Phangan & Koh Tao

Bevor ich wieder nach Koh Chang reise, um noch einmal im Kid’s Club mitzuarbeiten, habe ich noch etwas über eine Woche Zeit. Und so lege ich einen kurzen Zwischenstop auf den Inseln Koh Phangan und Koh Tao ein.

Ich entschied mich, einen Tag nach dem Vollmond nach Koh Phangan zu reisen, da die berüchtigte Vollmond Party dort dann vorüber ist. Doch es sollte anders kommen: Durch einen landesweiten buddhistischen Feiertag, der mir natürlich unbekannt war, wurde sie diesmal verschoben. Und so landete ich bereits auf dem Nachtboot in Surat Thani inmitten einer feierwütigen Menge, welche ausschliesslich für die Party auf der Insel angereist war. Okay, ‚Geh mit dem Strom und kämpf nicht dagegen,‘, dachte ich mir, ‚vielleicht habe ich mir das unterbewusst irgendwie so ausgesucht!?‘. Zusammen mit über 8000 Feiernden aus aller Welt verbringe ich eine sehr lebhafte Nacht am Strand in Haad Rin. Mehrere Bühnen versuchen sich mit lang vergessen Diskohits gegenseitig in der Lautstärke zu übertrumpfen und die Getränkestände sind durchkommerzialisiert und routiniert im Umgang mit den, mehr oder minder trinkfesten, Partytouristen. Für eine Nacht kann ich mich gut damit arrangieren und mit meiner lockeren Begleiterin hat das Ganze sogar zeitweise etwas abstrakt Schönes. Aber so mancher Gast unterschätzt die Wirkung der hochprozentigen Mischungen in den kleinen Trinkeimern in Wechselwirkung mit der hohen Luftfeuchtigkeit und viel findet früher als erwartet sein Nachtlager in feuchtem Strandsand.

I have about one week left until I will go to volunteer in the Kid’s Club at Koh Chang again and decide to make a stopover at the islands of Koh Phangan and Koh Tao this time.

My plan was to enter Koh Phangan one day after fullmoon when the infamous Fullmoon Party is over. But it came in a different way: Because of a national buddhistic celebration day I didn’t know, the party was shifted. So I found myself among of many party people already at the nightboat from Surat Thani and the only goal of these guys was to party as much as possible. Okay, ‚Go with the flow and don’t fight against it‘ I thought, ‚maybe I’ve chosen something like this in my subconcious mind!?‘. So I went through a very lively night at Haad Rin Beach together with about 8000 party people from all over the world. Various stages are trying to overtrump each other in loudness while playing many long forgotten disco hits and the drink sellers are very commercialized and experienced in handling the, more or less hard drinking, party tourists. But for one night I was able to arrange myself with this weird situation in a good way and together with my easy going female companion it went to become an abstractly nice feeling already. And of course some of the guests are underrated the high proof alcoholic mixtures inside the small buckets in correlation with the strong humidity and slept in the moist sand of the beach much earlier than expected.

Koh Phangan – Vollmond Party am Haad Rin Strand / Fullmoon Party at Haad Rin Beach

Für mein Nachtlager hingegen hatte ich mir etwas entfernt ein Hotelzimmer gesucht. Das Übernachten in Mehrbettzimmern und Bambushütten bringt mich auf Dauer an meine Grenzen und so habe ich beschlossen, mir einmal im Monat eine etwas bessere Bleibe zu gönnen. Nach einem Regenerationstag widme ich mich dann meinem eigentlichen Vorhaben auf Koh Phangan, dem Ausprobieren eines Co-Working-Spaces. Mehrere Blogger haben darüber geschrieben und nun wollte auch ich einmal wissen, wie es sich anfühlt, zusammen mit anderen online Arbeitenden an einem Ort zu sein. Doch anscheinend habe ich dafür mit dem Secret Place Hotel eine etwas zu ‚geheime‘ und abgelegene Wahl getroffen. Denn die wenigen Co-Worker dort waren zwar nett, doch wirken sie eher schwermütig und wenig freudvoll bei ihrer Arbeit – leider keine kreative Atmosphäre zum Schreiben oder Entwickeln neuer Ideen. Aber warum bin ich dann gerade hierher gekommen? Brauchte ich nach dem maximalen Party-Yang nun wieder mehr ausgleichendes Yin? Oder war auch ich an dem Tag einfach nicht in meiner Freude?

I had chosen a quiet far offhotel room for the night. Sleeping in dorms and bamboo huts for a longer time is taking me to my limits and so I decided to allow myself a more nice accomodation once a month. After a day of regeneration I’m going to dedicate myself to my real plan at Koh Phangan, trying out one of the co-working spaces at the island. Many bloggers wrote about this and now I wanted to know, how it feels to be with other online workers at the same place. But it seemed that my choice of the Secret Place Hotel was a little bit to ’secret‘ and isolated. The less co-workers there were friendly indeed, but they looked melancholic and it felt like they were not suprised in their doings – sadly not a creative atmosphere fo writing or creating something new. But why I went exactly to this place? Did I needed some more balancing yin energy after the maximum of yang energy at the Fullmoon Party? Or was there missing the mood of joy inside me at this day too?

Koh Phangan – Privatsphäre im Patchara Hotel in Thong Sala / Privacy at the Patchara Hotel in Thong Sala

Erst auf der Nachbarinsel Koh Tao kommen meine Gedanken nach einem Wandertag entlang der Südwestküste wieder in Bewegung. Mir wurde wiedereinmal bewusst, wie wichtig eine positiv unterstützende Umgebung für die schöpferisch kreative Arbeit ist. Zusammen mit der Sicht, dass Orte aber nur eine Bühne für mich und mein Tun sind, ergibt sich ein interessantes grösseres Bild:

Nach dem Prinzip der Resonanz zieht es mich auch immer mal wieder zu Orten, welche Teile meiner Persönlichkeit reflektieren, die ich noch nicht in Frieden angenommen habe, Anteile die geheilt werden wollen, um in ihrem vollen Potenzial für mich erlebbar zu werden. Ich kann mir diese Teile anschauen und abspüren, sie annehmen oder aber ignorieren. Letzteres ist meiner Erfahrung nach jedoch meistens mit einem, mehr oder weniger bewusst fühlbaren, Leiden verbunden. Ich bin es also selbst, der entscheiden kann ob und wie stark ich mich jetzt damit auseinandersetze. Allerdings schwingt dabei auch immer die Gewissheit mit, dass mir jedes Thema so lange wieder begegnen wird, bis ich letztendlich bereit bin es komplett anzuschauen und liebevoll in mein Selbst zu integrieren. Beim Reisen zeigen sich mir meine Themen in ganz verschiedenen Gewändern, manifestiert in Spiegelbildern von Menschen und Orten. Doch sobald ein Gewand abgelegt ist, offenbart sich mir jeweils der gleiche, meist nicht unbekannte Kern. Die vergleichsweise schnellen Ortswechsel auf meiner Reise empfinde ich dabei als sehr hilfreich, machen sie es mir doch auf eine charmante Art und Weise unmöglich, dauerhaft wegzuschauen. Die ersten zwei bis drei Tage an einem Ort bieten mir meist genug Neues, um mich zu unterhalten und abzulenken. Aber die Tage darüber hinaus werden dann meine Spiegeltage, welche so wertvoll für meinen Lebensweg sein können, wenn ich mich wirklich auf sie einlasse.

My thoughts just started to move again after a hiking day along the southwest coast of the neighbor island Koh Tao. I began to appreciate one more time that how important it is to stay in a positive supporting environment for doing some creative and productive work. Combined with the view, that locations are a stage for me and my doings only, the picture is getting more interesting and bigger:

In accordance with the principle of resonance I’m entering locations from time to time, reflecting parts of my character which I have not accepted in a peaceful way yet. Parts which wanted to be healed before expanding their full potential in my experiencings. I can take a look at and get a feeling of these parts, I can accept or ignore them. Latter is related mostly to a kind of suffering, sometimes concious and sometimes unconcious. I can decide by myself if and how intense I want to deal with it now. But there is also the certainty of getting the same topic again and again until I’ll be ready for a complete viewing and a lovingly integration into my innerself. While travelling, my personal topics are shown behind different masks, but there is always the same essence after a mask was falling. My comparatively fast changes of locations at my travel are very helpful, because they don’t allow me to look away permanently in a charming way. The first two or three days at a location mostly offering a lot of impressions, entertainment and distraction. But the days after are becoming my days of mirroring and could be so precious for my way of life if I can manage to engage myself.

Koh Tao – Wanderung entlang der Ta Saeng Küste / Hiking along the Ta Saeng Coast

Natürlich kosten solche inneren Prozesse auch einige Kraft und umso wichtiger ist es, währenddessen gut für mich zu sorgen. Dann tut es mir gut, mich mit Vertrautem zu umgeben. Koh Tao ist ein Tauch-Eldorado und auch in der Nebensaison scheint das Publikum hier hauptsächlich aus westlichen Unterwasserliebhabern zu bestehen. Der Zielgruppe entsprechend sind hier auch jede Menge europäisch geprägte kulinarische Angebote verfügbar, vom vegetarischen Restaurant bis hin zur Chill-Out Cocktailbar. Ich geniesse es, mich auch hier in der Ferne hin und wieder mit einem Stück Heimat zu umgeben. Denn obwohl es für einige so aussehen könnte, ist meine Reise für mich kein ‚Dauerurlaub‘, sondern ein längst überfälliger Selbstfindungsprozess, für den mir im Alltag in Deutschland der Raum, die Motivation und die Energie fehlte.

Of course working at such inner processes needs a lot power and so it’s extra important to care of me meanwhile. Then it feels good being surrounded by some familiar things. Koh Tao is an eldorado for divers and the guests seem to be mainly diving enthusiasts even in the low season. Because of this audience there are a lot of nice european styled culinary opportunities at the island, like vegetarian restaurants or chillout cocktail bars. I’m enjoying to get in touch with a taste of home periodically. Maybe my travel is looking like a ‚long term holiday‘ for someone, but for me it isn’t. It’s a long overdue process of self discovery for which I was missing the motivation, space and energy in my daily routine in Germany.

Koh Tao – Heimische Kost im Seaside Restaurant in Mae Haad / European food in the Seaside Restaurant in Mae Haad